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Interessantes zum Lesen und Downloaden:

K. R. Schübel beim Vortrag

Cannabis indica - Götterdroge, oder Fahrkarte in künstliche Paradiese für Berufspubertierende

Historisch gesehen gilt der Konsum von Drogen fraglos als nicht wegzudenkende Besonderheit der Menschheitsgeschichte und stellt damit einen exzellenten Zugang zum besseren Verständnis alter Kulturen, in modernen Zivilisationen hingegen bieten Drogen eher einen erstklassigen Vorwand dar, um aus federführenden soziokulturellen Wertesystemen hinausgedrängt, zumindest aber marginalisiert zu werden. Die künstlichen Paradiese eines Baudelaire oder Led Zeppelin unterscheiden sich freilich wesentlich von den Gebrauchspraktiken früherer Zeiten. Daneben gewinnt Cannabis derzeit auch zunehmende Bedeutung in der Behandlung chronischer Schmerzzustände oder zur Senkung des Augeninnendrucks. Begriffe und Synonyme wie Qunubu, Bhang, Guniâh, l-kíf, Haschisch belegen eindrücklich, dass Cannabis erkennbar als Droge des Ostens zu gelten hat. Genauso phantastisch und facettenreich wie sich die Droge zeigt, so verzwickt gestaltet sich bisweilen aber auch die Indikationsstellung für die homöopathische Verwendung von Cannabis.

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Arsenicum album, oder wie viele Leichen haben Sie im Keller?

Wenn Lessing postuliert, dass „Gift in den Händen eines Weisen ein Heilmittel, in den Händen des Toren jedoch Gift ist“, so trifft dies gewiss ganz besonders auf Arsen zu, das ja als eine der ursprünglich gefährlichsten Substanzen, zugleich auch große Heilkraft besitzt. Bei wenigen Stoffen lässt sich ein derart breites Spektrum unterschiedlichster Eigenschaften konstatieren: als unauffälliges, aber wirksames Mittel der Politik war es seit der Spätantike dass mit Abstand meistverwandte Gift. Wir kennen die „Arsenikesser“, die sich einerseits gegen Giftmorde wappnen wollten, andererseits von seiner Wirkung als „Kosmetikum“ und Dope profitierten. In „Arsen und Spitzenhäubchen“ treffen wir das Mittel in Gestalt zweier skurriler Ladys, die bar jeglichen Unrechtsbewusstseins glauben, gute Werke zu verrichten, indem sie arglosen Altersgenossen äußerst liebevoll ins Elysium verhelfen. Es lässt sich freilich auch effektiv in der Behandlung von Schlafkrankheit, Syphilis und derzeit sogar für eine bösartige Bluterkrankung, der akuten Promyelozytenleukämie (APL), einsetzen.
„so kalt so eisig, dass man sich an ihm die Finger verbrennt! Jede Hand erschrickt, die ihn anfasst! - und gerade darum halten manche ihn für glühend“, Nitzsche.

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Conium maculatum, oder die Schwierigkeiten der unbefleckten Empfängnis

Wenn von Unbeflecktheit die Rede ist, denkt man zweifellos zunächst mal an das Dogma der unbefleckten Empfängnis, an das Mysterium der Maria immaculata. In der Tat steht „Conium maculatum“, der gefleckte Schierling, Pate für ein wahrhaft titanisches, aber gleichzeitig auch bigott pervertiertes Ringen um spirituelle Erlösung. Allein, wer sind nun diejenigen, die versuchen mittels lebenslang praktizierten Zölibats und konsequenter Unterdrückung der schändlichen sexuellen Lust, schlussendlich den scheinbar verdienten himmlischen Lohn einzustreichen? Was hat es auf sich mit der Verbreitung und Weitergabe dieses „keuschen Miasmas“? Zwangsläufig schreitet man auf dieser Reise durch die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und blickt auf die dunklen und grausamen Seiten von allseits geachteten Mitmenschen, die ja als besonders gottesfürchtig und fromm gelten (wollen?). Lassen Sie sich einstimmen von Shakespeare, wenn er im „Macbeth“ die dritte Hexe ein besonders giftiges Ingrediens zur Herstellung von Zaubersalbe benennen lässt: „Roots of hemlock, digg´d i´ the dark“ – „Wurz vom Schierling, nachts gepflückt“.

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Palladium, oder Einer muss ja von den Reichen der Ärmste sein

Es begann mit der Bitte, ein eher selten eingesetztes Mittel in einem homöopathischen AK vorzustellen, lediglich ein paar „Gedanken zu dem Arzneimittel Palladium“ zu entfalten. Als Thema versprach Palladium nicht gerade der Brüller zu werden, aber nach anfänglich lustlosen Recherchen über ein vermeintlich belangloses Motiv, begann dieses unedelste aller Platinmetalle plötzlich faszinierende Facetten zu offenbaren. Jene anfangs so unscheinbar daherkommende Arznei macht sich auf einmal selbständig und katapultierte mich in eine atemberaubende Reise durch Mythologie und Etymologie hin zu völlig neuen Einblicken und Beziehungen, um schließlich in der Subkultur barocker Kastratensopranos zu enden.

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„Platin – Wahnidee oder Wirklichkeit der Größte zu sein“:

Die Wahrnehmung von Platin ist gewiss in ganz besonderem Maße von einer gewissen Voreingenommenheit gekennzeichnet. Gewöhnlich ist dieses Mittel gleichsam klischeehaft assoziiert mit Begriffen wie „hochnäsig, dünkelhaft, herablassend, nymphoman“ und/oder ähnlichen, wenig schmeichelhaften Attributen. Ich gestehe freimütig, dass mir die Annäherung an dieses distinguierte Heilmittel äußerst schwer gefallen ist, nicht zuletzt vielleicht auch dadurch, weil ich – mit ebendiesen Vorurteilen behaftet – zunächst die gebührende Ehrerbietung vermissen ließ. Erst nachdem es mir gelang, diese unangebrachte Einstellung abzulegen, wurde mir nach längerem, beharrlichem Antichambrieren gleichsam eine Audienz von diesem nobelsten aller Edelmetalle gewährt.

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Repertoriumssprache verständlich gemacht

Der brillanteste Kollege, der profundeste Kenner der Materia Medica, ja selbst die genialste, von Erleuchtung verwöhnte homöopathische Autorität wären wahrlich arme Tröpfe, hätten sie sich nicht irgendwann einmal der Mühe unterzogen, das Repertorium als wichtigstes Arbeitsmittel einer homöopathischen Behandlung zu ergründen, um es eines Tages in der Suche nach dem geeigneten Mittel beherrschen und damit auch erfolgreich anwenden zu können.

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